Artikel: Lilian von Trapp
Von der Gründung bis hin zu ihrem Status als Pionierin im Bereich ethischen Feinschmucks, spiegelt Lilian von Trapp ein unermüdliches Engagement für Innovation, Nachhaltigkeit und die Neuinterpretation von Luxus wider. Die Geschichte von Lilian von Trapp beginnt in Berlin, einer Stadt, die für Kreativität und Resilienz bekannt ist. Ihr Studium der Rechtswissenschaften an der Humboldt-Universität prägte ihren Sinn für Ethik und Präzision – Werte, die später zu den tragenden Säulen ihrer Marke wurden.
1. Liebe Lilian, wie kam es dazu, dass du dich entschieden hast, doch nicht als Anwältin zu arbeiten, sondern Schmuck zu designen?
Ich habe Jura studiert, weil mich Fragen von Verantwortung und Gerechtigkeit interessiert haben. Gleichzeitig habe ich schon früh gemerkt, dass mich die kreative Arbeit stärker anzieht – insbesondere die Verbindung aus Handwerk, Material und emotionalem Wert.
Schmuck hat für mich eine besondere Kraft, weil er nicht nur ein Objekt ist. Er begleitet Menschen über viele Jahre, oft über Generationen hinweg. In ihm stecken Erinnerungen, Beziehungen und persönliche Geschichten. Irgendwann wurde mir klar, dass ich genau in diesem Bereich arbeiten möchte.
Der Schritt weg von der juristischen Laufbahn war deshalb kein Bruch, sondern eher eine Konsequenz. Die Präzision und das Verantwortungsbewusstsein aus dem Jurastudium prägen meine Arbeit bis heute – nur eben in einem anderen Medium.
2. Dir ist es ein Anliegen, Schmuck besonders nachhaltig zu produzieren. Was ist dir dabei wichtig?
Für mich beginnt Nachhaltigkeit nicht erst beim fertigen Produkt, sondern bei jeder Entscheidung davor: Woher kommt das Material? Unter welchen Bedingungen wurde es gewonnen? Wie langlebig ist das Design? Und kann ein Schmuckstück über Jahrzehnte getragen, angepasst oder weitergegeben werden?
Wir arbeiten mit recyceltem Gold und Vintage-Diamanten, weil ich nicht glaube, dass moderner Luxus auf neuen Ressourcenabbau angewiesen sein sollte. Gerade bei Feinschmuck gibt es bereits so viele wertvolle Materialien im Umlauf. Es ist sinnvoller, diese in eine zeitgemäße Form zu bringen.
Wichtig ist mir außerdem, dass Nachhaltigkeit nicht als Marketingbegriff verstanden wird. Es geht um konkrete Entscheidungen: lokale Fertigung, kurze Wege, hohe handwerkliche Qualität und Schmuckstücke, die nicht nach einer Saison ersetzt werden müssen. Für mich ist echter Luxus nicht laut oder kurzlebig, sondern verantwortungsvoll gefertigt und dauerhaft relevant.
3. Was inspiriert dich, bei deinen Entwürfen?
Ich bin inspiriert von Proportionen, dem Material selber und von den Menschen, die es tragen werden oder die ich mir als Träger vorstelle. Manchmal beginnt bei mir das Design nicht mit einer Zeichnung, sonder mit einem Gefühl für die Person.
4. Du hast einen kleinen Sohn. Hast du für ihn schon ein Schmuckstück entworfen?
Noch nicht in dem Sinne, dass ich ein Schmuckstück für ihn entworfen hätte. Aber natürlich denke ich darüber nach, was ich ihm einmal weitergeben möchte.
Für mich geht es dabei weniger um ein einzelnes Objekt als um die Idee von Werten. Ich möchte ihm etwas hinterlassen, das Bestand hat.
Gerade seit ich Mutter bin, hat sich mein Blick auf Schmuck noch einmal verändert. Die Frage, was bleibt und was man weitergibt, ist viel konkreter geworden. Schmuck kann ein sehr stiller, aber starker Träger von Erinnerung sein. Das ist etwas, das ich meinem Sohn eines Tages gerne mitgeben möchte.































